Terrariengestaltung: Aufzuchtbecken für Frösche
- JungleVibes

- vor 1 Tag
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Am Beispiel eines kleinen 30er-Würfels möchte ich hier zeigen, wie man relativ simpel und schnell ein (Frosch-)Terrarium einrichten kann.
Angefangen beim Bohren eines Loches in das Deckglas zur Befestigung der Beregnungsanlage über Rück- und Seitenwände sowie den Bodenaufbau bis hin zur Einrichtung wird hier alles kurz und grob abgedeckt.
Achtung: Dieses Terrarium dient auf Grund der geringen Größe nur als Aufzuchtbecken, nicht zur Dauerhaltung! In kleineren Becken lässt sich besser eine höhere Futterdichte realisieren, wodurch die jungen Frösche leichter etwas zu fressen finden.

Lochbohrung
Als ersten Schritt gehen wir die Lochbohrung an der Decke des Terrariums an, da es nun noch am einfachsten geht und im unwahrscheinlichen, aber möglichen Fall eines Glasbruchs hier noch am wenigsten Arbeit vergeudet wäre bzw. sich die Glasplatte noch am einfachsten austauschen ließe.
Eine einfache und bewährte Methode ist es, das Terrarium auf den Kopf auf eine Styrodurplatte zu stellen und von innen nach außen zu bohren. Da ich hierzu bei diesem kleinen Terrarium im Inneren zu wenig Platz hatte, habe ich die Stelle der Lochbohrung stattdessen von innen abgestützt und von außen nach innen gebohrt.

Wie im Bild oben zu sehen, beginnt man die Bohrung mit einer schräg angesetzten Kerbe, um einen fixen Startpunkt zu haben, und geht dann langsam dazu über, den kompletten Diamant-/Glasbohrer aufzusetzen.

Beim Bohrvorgang ist es wichtig, sich Zeit zu nehmen und keinen Druck auszuüben sowie mit Wasser zu arbeiten – um Spannungsrisse zu vermeiden, die Bohrstelle zu kühlen, als Schmierung sowie um die Bohrstelle zu spülen und den Glasstaub zu binden. Man arbeitet hier mit dem Eigengewicht des Bohrers und arbeitet sich langsam durch das Glas. Hier empfiehlt es sich, mit Knetmasse oder Dichtband einen Ring um die Bohrstelle zu formen, um konstant Wasser an der Bohrstelle zu haben. Ich habe hier aber lediglich manchmal mit dem Handsprüher Wasser gezielt dazugegeben, das geht auch.

Wenn man sich hier gut Zeit nimmt und vorsichtig vorgeht, gelingt die Lochbohrung selbst mit den günstigsten Diamantbohrern in der Regel problemlos. Günstige Bohrer halten aber meist nur für wenige Lochbohrungen (6–20).
Bodenaufbau
Da es sich hier um ein einfaches und sehr kleines Aufzuchtbecken handelt, wird der Bodenaufbau sehr simpel gehalten. Als Besatz sind Oophaga-pumilio-Jungtiere geplant, daher wird es hier auch keinen Wasserteil oder Wasserlauf geben, dem die sehr kleinen Jungtiere zum Opfer fallen könnten.
Ich habe mich hier für eine schwarze Filtermatte als Drainageschicht und Xaxim-Platten als Boden entschieden. Nachdem das Becken eingelaufen ist und die ersten Pflanzen etabliert sind, werde ich den Boden zusätzlich mit Pinienrinde und Blättern abdecken. Für das einfache Ablassen des Wassers habe ich rechts unten ein Loch in der Filtermatte sowie der Xaxim-Platte ausgespart, in welches ich eine PVC-Röhre gesteckt habe, welche später noch versteckt wird. Hier kann man in Zukunft einfach mittels Schlauch überschüssiges Wasser absaugen oder einen Wasserwechsel vornehmen.
Wandgestaltung
Der geringen Größe dieses Beckens geschuldet, habe ich mich hier für einen flachen Aufbau ohne 3D-Plastik entschieden. Natürlich kann man mittels Schaum oder anderen Stoffen mehr Dreidimensionalität und Tiefe erzeugen, jedoch hätte dies zu viel Platz beansprucht.
Hier wurden nun an den Rück- und Seitenwände Xaxim-Platten mit Teichkleber befestigt. An den vorderen Kanten wurde der Übergang mit einer Schicht aus Xaxim-Chips, Pinienrinde und Xaxim-Streu, welche durch eine dicke Schicht Teichkleber befestigt wurde, entschärft (siehe Rückwandgestaltung)

Damit war nun eigentlich schon die Grundsubstanz geschaffen und es konnte an die Einrichtung gehen.
Einrichtung/Hardscape
Um dennoch etwas mehr Dynamik und Tiefe in das Becken zu bekommen, sowie schöne Befestigungsstellen für Bromelien und Miniaturorchideen zu schaffen, wurde dann eine passende Wurzel eingebracht.
Befestigt wurde die Wurzel an 3 Punkten, links und hinten an der Wand, sowie am Boden. Hierzu wurden kleine Löcher in die Xaxim-Platten gedrückt, an denen die Wurzel mit reichlich Teichkleber befestigt wurde und anschließend wurde der Übergang mit Teichkleber und der Xaxim-Pinienrinde-Mischung kaschiert.
Bepflanzung
Ich lasse das Terrarium nun hauptsächlich mit Moosen, kleineren Rankpflanzen sowie jungen Bodendeckern einwachsen. Da dieses Becken ein Aufzuchtbecken für Oophaga pumilio sein soll, darf es natürlich nicht an passenden Bromelien fehlen.

In Zukunft werde ich hier regelmäßige Updates des Terrariums posten und euch gerne zeigen, wie es einwächst.
Im gleichen Stil habe ich ein zweites Becken angefertigt:

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